{"id":31,"date":"2016-09-16T10:39:18","date_gmt":"2016-09-16T08:39:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feel-good-page.de\/?p=31"},"modified":"2016-09-16T10:55:04","modified_gmt":"2016-09-16T08:55:04","slug":"vom-wunder-sich-dazugehoerig-zu-fuehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.feel-good-deutsch.com\/en\/vom-wunder-sich-dazugehoerig-zu-fuehlen\/","title":{"rendered":"Vom Wunder, sich dazugeh\u00f6rig zu f\u00fchlen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wir alle brauchen Gemeinschaft, denn wir wachsen vor allem im Kontakt mit anderen und durch andere. In diesem Beitrag berichte ich \u00fcber mein Lernen mit &#8220;dem Wir&#8221; und wie sich das, meiner Erfahrung nach, auf die Gestaltung von Zusammensein auswirkt.<\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong>Vor dem Hintergrund, Jahre in gef\u00fchlter Einsamkeit verbracht zu haben, spielt Gemeinschaft in meinem Leben heute eine entscheidende Rolle. Dabei rede ich von Gemeinschaft als einem Ort menschlichen Miteinanderseins und als eine Qualit\u00e4t der Verbindung. Es geht nicht um das blo\u00dfe Zusammensein \u2013 was auch, in Erg\u00e4nzung, sch\u00f6n sein kann. Ich rede von Gemeinschaft als einem Ort, an dem ein mitf\u00fchlender Blick hier, ein authentisches Teilen dort, menschliche Ber\u00fchrbarkeit, gar eine s\u00fc\u00dfe Tr\u00e4ne Platz haben.<br \/>\nWenn wir in unserem Zusammensein f\u00fcr solche Begegnungen R\u00e4ume schaffen, dann \u00f6ffnen sich pl\u00f6tzlich graue T\u00fcren zu bunten Facettenpal\u00e4sten. Ein ganz neues Wesen meiner Mitmenschen blinkt dann hervor und ich sehe neue Winkel meines eigenen. Denn wir (an)erkennen uns nur wechselseitig als Wesen, wenn wir im Mensch-zu-Mensch-Kontakt sind. Wir brauchen Zeugen f\u00fcr unsere menschliche Erfahrung. Denn dann k\u00f6nnen wir Dinge sehen und (er)leben, die vorher im Verborgenen schlummerten. In solch einer Gemeinschaft k\u00f6nnen wir unser Miteinander und unser Selbst viel tiefgreifender erfahren und am Ende zu uns selbst gelangen. In diesem Zusammenhang bedeutet Gemeinschaft nicht die Flucht von mir weg, sondern ist ein Weg zu mir hin. Ich erkenne mich selbst, ich lerne mich lieben und jene Selbstgen\u00fcgsamkeit, in der ich in tiefer Liebe mit allen und allem verbunden bin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fehlende Orte der Gemeinschaft<\/strong><\/p>\n<p>Je mehr ich das verstehe, umso klarer begreife ich eine gewisse Diskrepanz. Ich sehe eine Welt, in der die Anzahl der Menschen w\u00e4chst, und ich bemerke gleichzeitig, dass Orte von Gemeinschaft \u2013 als Orte von Verbindung und Anteilnahme \u2013 oft fehlen (Ja, sie fehlen mir.) Und ich staune, \u00fcber was und wie viel Menschen reden k\u00f6nnen, ohne dabei auf die f\u00fcr uns wesentlichen Dinge einzugehen. Bed\u00fcrfnisse, wahres Befinden, \u00c4ngste und W\u00fcnsche etwa.<br \/>\nObwohl wir heute im Tun so \u201eumtriebig\u201c sind wie noch nie, bleibt oft Leere zur\u00fcck. Die To-Do-Listen und Inhalte werden immer l\u00e4nger. Die To-Be-Listen stehen hinten an und die Frage \u201eWie geht es dir?\u201c gleicht oft einer Floskel.<\/p>\n<p>Endlich verstehe ich, dass innere Leere nur eine logische Folge sein kann, wenn die Ber\u00fchrung unseres wesentlichen Wesens in dem, was wir tun und wie wir miteinander umgehen, ausbleibt. Ist doch die Qualit\u00e4t des eigenen menschlichen Seins auch im Tun und von der Seele erst erlebbar, wenn sie durch das goldene Band Verbundenheit mit ihrer Umgebung in Kontakt steht. Tun geht dann im Sein auf.<\/p>\n<p>Wie diesen Kontext von Verbundenheit nun herstellen? Wie <em>diese Art<\/em> von Teilen und wesentlichem Austausch kreieren? An erster Stelle braucht es einen Vertrauensraum, in dem alle Akteure Haupt- sowie auch Nebenrolle gleichzeitig spielen d\u00fcrfen \u2013 wo Mensch sein darf, wie er ist und er gewohnte Masken der Funktionalit\u00e4t hinter sich lassen darf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ehrliches Teilen und offenes Hinschauen<\/strong><\/p>\n<p>In diesen R\u00e4umen geht es einerseits darum, sich zu zeigen, um ehrliches Mitteilen. Anderseits geht es um die Bereitschaft, offen hinzuschauen, wenn das Gegen\u00fcber sich zeigt. Es geht darum, ihn oder sie unvoreingenommen wahrzunehmen und diesen Menschen in seinem So-Sein anzuerkennen. Begegnung. Wie harmonisch oder irritierend ich diese Begegnung auch wahr- oder annehme: Basiert sie auf Vertrauen und f\u00f6rderlichen Absichten, kann sich ein erweitertes Gef\u00fchl meiner selbst einstellen. Vielleicht sogar die Ber\u00fchrung im eigenen Herzen. Dann sind ein Blick und ein Austausch eines der kostbarsten Geschenke, das wir Menschen uns machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Erfahren solch eines Raumes von Gemeinschaft in der Be(e) School 2014 hat mich gelehrt, dass ich mich durch andere ganz neu, ganz anders erkenne. Ich wuchs und gedieh exponentiell in diesem Jahresprogramm. Alle um mich herum ebenso und die Gruppe wuchs zusammen. Ich verstand, dass wir in polaren Beziehungen zueinander stehen, die aussenden und empfangen und in denen wir uns mit- und durcheinander, quasi dialektisch, entwickeln. Endlich ging etwas auf in meinem Leben.<br \/>\nIch wusste zuvor nie so richtig, was tun in dieser Welt \u2013 wo es doch \u00fcberall ums Tun geht. Nun endlich durfte ich eine Qualit\u00e4t von einem sich-unterst\u00fctzenden Umfeld, wie ich es nenne, erfahren, in der das tief liegende Potenzial jedes Wesens nicht anders kann, als sich zu zeigen und zu wachsen. Ich erlebte mich pl\u00f6tzlich umfassender.<br \/>\nW\u00fcrde ich ein Bild f\u00fcr diese Einsicht heranziehen, w\u00e4re es ein Kornblumenfeld. Wir w\u00e4ren Blumen, die sich gegenseitig st\u00fctzen, auch bei Sturm, und die im Schein der Sonne und des Mondes nebeneinander wachsen und ruhen und mit der eigenen Bl\u00fctenpracht die der Nebenblume bejubeln. Mir wurde klar, dass solch eine Art der Verbindung wie ein N\u00e4hrboden ist, auf dem die sch\u00f6nsten Blumen wachsen k\u00f6nnen. Auf solch ein Feld schaut der Himmel und l\u00e4chelt, weil er so viele anders aussehende und leuchtende Blumen erblickt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das eigene Potenzial leben<\/strong><\/p>\n<p>Das eigene Potenzial allein zu ersp\u00fcren ist viel schwieriger. Ich habe es nicht geschafft, und ich glaube, dass wir den s\u00fc\u00dfen Duft unser Nachbarblumen daf\u00fcr ben\u00f6tigen. Genauso wie das frische und prickelnde Wasser der Inspiration, das Teilen von Wissen sowie den Austausch von Erfahrung. Das brauchen wir, um den eigenen Weg zu finden, einzuschlagen und\/oder weiterzugehen. Das Ersp\u00fcren, Erleben und der Ausdruck des eigenen Potenzials sind fundamental f\u00fcr die eigene Vitalit\u00e4t, die Qualit\u00e4t in unserem Leben. Erlebe ich mein Potenzial, werden Momente des wahren Selbstausdrucks m\u00f6glich, in denen ich in tiefster Verbindung mit allem bin, was mich umgibt.<\/p>\n<p>Dann gehe ich nicht nur <em>meinen<\/em> Weg, geh\u00fcllt in meinen Umhang der Marke Individualit\u00e4t, sondern geh\u00f6re zu einer Gesellschaft in der ich unsere Lebensumst\u00e4nde gemeinschaftlich mitgestalte, indem ich meinen Weg gehe.<br \/>\nDieses Selbsterleben brauchen wir heute. Und ich w\u00fcnsche mir so sehr durch die Gestaltung eines tragenden Miteinanders die Erfahrung dieser tiefen Wahrheit f\u00fcr uns alle. Die Verbundenheit, die wir dann finden, ist gespannt durch goldene B\u00e4nder, wird gemeinschaftlich getragen und f\u00e4ngt das Individuum auf, wenn es Halt ben\u00f6tigt.<br \/>\nUnsere Welt \u201ebraucht\u201c dieses sich-unterst\u00fctzende Umfeld von Menschen, damit wir zusammen neue Wege gehen k\u00f6nnen. Wollen wir weitergehen, m\u00fcssen wir gemeinsam gehen. Und dieser Weg wird uns nur ber\u00fchren, wenn es um das Wesentliche geht: Verbundenheit nach Au\u00dfen und dar\u00fcber die Verbundenheit zu unserem eigenen innersten Wesen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche mir eine Welt, in der ich das nicht nur in meinen engsten Kreisen erlebe, sondern \u00fcberall. Auf der Stra\u00dfe, im Supermarkt, im Bus. Stell dir vor, du trittst vor die Haust\u00fcr und jeden Tag ist Fu\u00dfball-WM! Ja, dieses Gef\u00fchl und diese Magie wird m\u00f6glich, wenn wir anfangen, das menschliche Sein in den anderen zu sehen und unser eigenes zu zeigen. Ich schaue liebevoll, da ich um dein Menschsein in dir als anderer Person wei\u00df, und ich werde freundlich angeschaut. Wir l\u00e4cheln. Ich bin. Und ein Gef\u00fchl von Zugeh\u00f6rigkeit gesellt sich freudig und nat\u00fcrlich dazu.<\/p>\n<p>Wenn wir unser Miteinander so gestalten, dass wir Raum f\u00fcr menschlichen Austausch haben, wird Wesentliches f\u00fchlbar und Leben wunderbar lebendig. Dann ist Schluss mit Leere und Einzelk\u00e4mpferei und ganz neue Dimensionen unseres Zusammenseins sind m\u00f6glich \u2013 davon bin ich \u00fcberzeugt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir alle brauchen Gemeinschaft, denn wir wachsen vor allem im Kontakt mit anderen und durch andere. In diesem Beitrag berichte ich \u00fcber mein Lernen mit &#8220;dem Wir&#8221; und wie sich das, meiner Erfahrung nach, auf die Gestaltung von Zusammensein auswirkt. 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